iOS 12, watchOS 5 und tvOS 12 sind erschienen

Es ist so weit: Die Software-Aktualisierung unter iOS weist ab sofort iOS 12 als das aktuelle Betriebssystem für iPhone, iPad und iPod touch aus. Wer die neue Version schnellstmöglich installieren möchte, kann dies nun tun. Alle iOS-Geräte, die mit iOS 11 kompatibel sind, lassen sich auch auf iOS 12 aktualisieren. Sollte das Update nicht sichtbar sein, dann empfiehlt sich, es in wenigen Minuten noch einmal zu probieren – offensichtlich hat man einen Update-Server erwischt, der die Aktualisierung noch nicht ausliefert.

Zählt man hingegen eher zu den vorsichtigen Update-Naturen und will erst einmal Rückmeldungen abwarten, spricht natürlich nichts dagegen, sich noch ein bisschen zu gedulden. Normalerweise kristallisiert sich schon in den ersten ein bis zwei Tagen heraus, ob noch Probleme auftreten, die während der dreimonatigen Betaphase nicht auffielen. Zwischen der letzten Beta und der “Gold Master”-Version von vergangener Woche verging unüblich viel Zeit – dies zeugt von Apples Zuversicht, alle dringenden Fehler ausgemerzt zu haben.

iOS 12 fühlt sich schneller an – und ist es auch
Neue Systemversionen machen ältere Geräte oft langsamer – nicht so iOS 12. Apple kündigte deutliche Performance-Verbesserungen an und selbst die erste Entwicklerversion lief bereits merklich flüssiger. Im Laufe der Betaphase zeigte sich dann deutlich, dass Apple wahrlich nicht zu viel versprochen hat. Welcher UI-Tricks sich die Entwickler bedienten, hatten wir in diesem Artikel beschrieben. Neben der gefühlten Beschleunigung gibt es aber auch handfeste Zahlen – denn Benchmarktests bescheinigen iOS 12 ebenfalls mehr Leistung.

Zeitmanagement und Ablenkungsreduzierung
Den ganzen Tag über greifen Nutzer unzählige Male zu ihrem Smartphone – was auf den ganzen Tag gerechnet durchaus mehrere Stunden an Nutzungszeit sein können. iOS 12 verfügt über eine neue Funktion namens “Screen Time” (zu Deutsch: “Bildschirmzeit”), um das Zeitmanagement der Nutzer zu verbessern. Weniger Ablenkung und weniger sinnlos mit dem Smartphone verbrachte Zeit lautet das Ziel. Eine genauere Beschreibung der Funktionsweise bietet dieser Artikel. Nicht nur Apple, auch andere Anbieter haben das Thema für sich erkannt und nehmen Abkehr von der Strategie, den Nutzer so zeitintensiv wie möglich zu binden. Damit soll gesetzlichen Regelungen zuvorgekommen werden, denn Smartphone-Sucht gilt mehr und mehr als gesellschaftliches Problem.

Fotos und AR
Nicht nur jede Hardware-Generation macht Fotografieren besser, auch iOS bot begeisterten Smartphone-Fotografen schon regelmäßig nützliche zusätzliche Hilfsmittel. Neben einem neuen Algorithmus für Effekte wie Bühnenlicht und Porträts sowie zusätzlichen Fotoeffekten und Stickern, gestaltet Apple auch das Auffinden von Aufnahmen in der Fotos-App einfacher. Geschäftsnamen und weitere Kategorien ermöglichen es, im Wust der unzähligen Fotos direkt nach Inhalten zu suchen. Per separater App (“Measure”) erlaubt Apple zudem, Objekte innerhalb des Bildbereichs auszumessen. ARKit 2 macht dies und noch einiges mehr möglich: Auch Multiuser-AR, was vor allen für Spiele interessant ist, sowie ein universales Dateiformat für 3D-Objekte sind Bestandteil des Updates.

CarPlay
Wer mit Apples Kartenlösung nicht zufrieden ist und stattdessen lieber ein anderes Produkt im Auto verwenden möchte, hat Grund zur Freude. iOS 12 samt neuer CarPlay-Version ermöglichen erstmals Navigations-Apps von Drittanbietern – also unter anderem Google Maps. Vollwertige Apps außerhalb bislang erlaubter App-Gattungen gibt es aber weiterhin nicht, denn dies ginge dem Konzept der Ablenkungsreduzierung zuwider.

Shortcuts – die Siri-Kurzbefehle
Per Sprachbefehl bestimmte Szenarios auslösen – das soll mit der neuen Shortcuts-App möglich werden. Nutzer können diese nach eigenen Wünschen anlegen und auch Drittanbieter-Lösungen einbinden. Als eine Art “Automator für iOS” konzipiert, bietet sich Anwendern erstmals die Chance, selbst auf das Verhalten Siris Einfluss zu nehmen. Wie sich die Siri-Kurzbefehle anlegen lassen, hatten wir in diesem Artikel näher beleuchtet.

Datenschutz
Ob nun aus tatsächlicher Überzeugung oder schlicht als wirkungsvolles Marketinginstrument auserkoren: Apple gilt wie kaum ein andere Anbieter als Vorreiter im Bereich Datenschutz und Privatsphäre. iOS 12 zieht noch an weiteren Stellen die Schrauben an und verhindert wirkungsvoller als zuvor ungewolltes Tracking. Dies betrifft beispielsweise sogenannte Tracking-Buttons wie von Facebook und Twitter. Diese erfassen durch schlichtes Vorhandensein auf einer Seite bereits Daten – außer Seitenbetreiber entscheiden sich, die Schaltflächen nur durch explizite Nutzeraktion zu aktivieren (“2 Klicks für mehr Datenschutz”, wie auch auf MacTechNews verwendet). Außerdem erhält der Nutzer genauere Informationen, in welcher Form gerade Tracking stattfindet. Selbige Funktionalität erhält übrigens auch Safari 12 für macOS Mojave sowie High Sierra und Sierra.

App-Updates
Während der Mac mit Mojave vier neue Apps erhält, die es bislang nur unter iOS gab, profitieren aber auch iOS-Nutzer davon. Apple entwickelte nämlich mehrere Apps komplett neu, darunter Aktien und Sprachmemo. Letzteres kann nun endlich auch Aufnahmen via iCloud synchronisieren. iBooks heißt in Zukunft Apple Books, bringt neben der Namensänderung aber auch Verbesserungen wie eine neue Übersichtsseite mit. In der Nachrichten-App gesellen sich zu den Animojis fortan die Memojis – vom Nutzer konfigurierte und per Gesichtserkennung zum Leben erweckte, interaktive Smileys.

Die vielen weiteren Kleinigkeiten...
…die sich an einigen Ecken tummeln, stellen wir Ihnen in einem gesonderten Artikel vor. Dieser erscheint aller Voraussicht nach noch heute Abend und zeigt zahlreiche Detailverbesserungen, mit denen Apple das Leben einfacher und in den meisten Fällen weniger nervig macht.

watchOS 5
Apple gab außerdem den Startschuss für zwei weitere Aktualisierungen, nämlich watchOS 5 und tvOS 12. Während bis zur Freigabe eines großen macOS-Updates immer etwas mehr Zeit vergeht, veröffentlicht Apple iOS, watchOS und tvOS immer zeitgleich. Die fünfte Version des Uhren-Betriebssystems bringt WebKit-Integration für Benachrichtigungen mit – diese bieten daher Funktionalität und nicht nur reine Anzeige. Ganz neu ist die App namens “Walkie Talkie”, um Sprachnachrichten in Echtzeit an andere Nutzer zu versenden. Wer die Freigabe für den Empfang eines solchen Funkspruchs erteilt, hört alle Sprachnachrichten sofort.

Weitere Verbesserungen betreffen mehr App-Interaktion via Ziffernblatt, Siri-Aktivierung per Armbewegung, Podcast-App auch auf der Uhr, automatische Software-Updates über Nacht, Anzeige der Luftqualität sowie Audio-Wiedergabe von Apps im Hintergrund. watchOS 5 setzt eine Apple Watch Series 1 oder neuer voraus – die erste Generation wird leider nicht mehr unterstützt.

tvOS 12
Vergleichsweise unbedeutend fallen die Neuerungen von tvOS 12 aus. Das Update steht für Apple TV 4K und Apple TV 4 zur Verfügung, bringt aber eher für US-Nutzer sichtbare Verbesserungen. Diese können fortan auch auf Inhalte des zweitgrößten Kabelanbieters setzen (Charter Communications). Für internationale Anwender relevant ist schon eher die Unterstützung von Dolby Atmos. Dass via “Zero Sign-In” automatisches Einloggen per Netzwerkerkennung in TV-Apps möglich ist, klingt ebenfalls sehr interessant – für US-Kunden, deren TV-Anbieter dies unterstützt. Weitere Verbesserungen betreffen “Auto-Fill”-Passwörter zur einfacheren Anmeldung, neue Überflugvideos sowie eine überarbeitete Version der Apple TV Remote für iPhone und iPad.

HomePod
Wer die Steuerungs-App für den HomePod öffnet, findet dort ebenfalls eine Aktualisierung vor. Das Betriebssystem des HomePod ist an iOS angelehnt, weswegen es auch zeitgleich aktualisiert wird. Das Update lässt sich ebenso wie watchOS durchführen, nämlich über eine gesonderte App.

via MacTechNews

Posted in Allgemein and tagged , , , .

Schreibe einen Kommentar